Vor wenigen Monaten hat der kalifornische GPS-Hersteller Magellan die eXplorist-Reihe auf den Markt gebracht. Mit den Modellen 510, 610 und 710 bietet Magellan drei Geräte für Outdoor-Freunde, die locker mit den Konkurrenz-Modellen mithalten können. Wir haben den eXplorist 610 genauer unter die Lupe genommen.
Im Aussehen ähnelt er seinen kleinen Brüdern, dem eXplorist 310 und dem ausschließlich für Geocacher geeigneten eXplorist GC. Allerdings ist das Gerät etwas schwerer, denn der Bildschirm ist ein Stück größer ausgefallen. Aus gutem Grund, denn der eXplorist 610 lässt sich komplett per Touchscreen steuern und ist damit am ehesten mit dem Oregon von Garmin vergleichbar.
Der Bootvorgang dauert zwischen 30 und 60 Sekunden, was für ein Windows CE System ein annehmbarer Wert ist. Die Satelliten sind schnell gefunden und so kann man auch gleich loslegen. Betrieben wird der eXplorist mit zwei AA-Batterien bzw. Akkus. Mit ordentlichen Energiespendern hält das Gerät rund 18 Stunden Betriebsdauer durch, was sowohl für eine ausgedehnte Wanderung als auch für die Geocaching-Tagestour vollkommen ausreichen dürfte. Die Verarbeitung des Geräts ist hochwertig, das Batteriefach ist einfach zu öffnen und die Gummierung sorgt dafür, dass der eXplorist gut in der Hand liegt. Besonders hervorzuheben ist der Bildschirm, der leicht in das Gerät versenkt wurde und damit vor schnellen Kratzern geschützt ist. Natürlich ist das GPS wasserdicht und damit für den Einsatz bei jedem Wetter gerüstet. Über die Öse am unteren Ende kann das Gerät komfortabel mit einer Schlaufe oder einem Karabiner befestigt werden.
Auf dem Gerät sind zwei Karten vorinstalliert. Eine weltweite Basiskarte sowie eine Europakarte mit topografischen Inhalten. Gerade im städtischen Bereich reichen diese Karten oftmals aus, je weiter man jedoch in der freien Natur unterwegs ist, umso mehr Schwierigkeiten bekommt man mit den Kartendetails.
Im Gegensatz zum 710-Premium-Modell beherrscht der eXplorist 610 allerdings keine Straßennavigation. Das ist für Geocacher, die mit einem Navigationsgerät im Auto ausgerüstet sind, sicherlich kein Problem. Sollte dennoch Straßennavigation gewünscht sein, ist der größere Bruder eine echte Alternative, preislich aber auch etwas höher angesiedelt.
Damit kommen wir auch schon zu einem der größten Vorteile der eXplorist-Reihe ab 310 aufwärts: Die Geräte lassen sich völlig problemlos mit Open-Street-Maps ausrüsten, die im Vergleich zu den vorinstallierten Karten deutlich mehr Details und Informationen zu bieten haben. Unter www.maps4me.de findet man eine große Auswahl von Karten sowie eine Installationsanleitung. Unsere Installation der Topo-Deutschland-Karte verlief einwandfrei.
Gleich zu Beginn fällt auf, dass der eXplorist 610 nicht nur einfach sondern auch intuitiv zu bedienen ist. Eine Berührung der Karte öffnet vier Bedienfelder, über die man an alle wichtigen Einstellungen gelangt. Hierzu zählt beispielsweise das Koordinatensystem, das sich auf zwei gleichzeitig zu verwendende Formate einstellen lässt. Das ist nicht nur praktisch bei kniffligen Caches, die das UTM-System erfordern. Darüber hinaus lassen sich die Darstellung der Karte (2D und 3D möglich), die Beleuchtung des Geräts, die Inhalte der Felder (z.B. Geschwindigkeit, Entfernung, Peilung) und vieles mehr nach Bedarf einrichten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der eXplorist 610 nach einer Tour zahlreiche Informationen bereithält, beispielsweise die zurückgelegten Kilometer, überwundene Höhenmeter, Pausenzeiten und die klassischen Tracks.
Kommen wir zum für Geocacher besonders interessanten Bereich des Geräts. In Zusammenarbeit mit Groundspeak hat es Magellan geschafft, eine für Dosensucher optimale Umgebung auf den eXplorist-Modellen anzubieten. Die laut Groundspeak 1000 Top-Caches in Europa sind bereits im Gerät gespeichert, so dass man auch als Neuling sofort loslegen kann. Beim Test lag der nächste erreichbare Cache nur wenige Kilometer entfernt. Aber auch die Schnittstelle zur Übertragung von Cache-Daten läuft absolut einwandfrei. Beim Anschluss des Geräts per USB-Kabel an einen Computer, wird der eXplorist 610 als externes Massenspeicher-Laufwerk erkannt. Hierdurch kann man besonders einfach auf den Speicher des Geräts zugreifen und Daten in beide Richtungen übertragen. Auch direkt über Groundspeak oder das beliebte Greasemonkey-Script GC-Tour lassen sich gpx-Dateien spielend leicht übertragen. Insgesamt können 10.000 (!) Geocaches auf dem Gerät gespeichert werden, außerdem 2.000 Wegpunkte. Auch die manuelle Speicherung von Wegpunkten ist überhaupt kein Problem und innerhalb weniger Schritte erledigt.
Trennt man die USB-Verbindung, dann stehen die übermittelten Geocaches sofort zur Verfügung. Hierbei werden nicht nur die grundlegenden Daten, sondern das komplette Listing inklusive Hints, den letzten Logs und Bilder übertragen. Paperless-Caching ohne großen Aufwand! Das wünscht man sich von manch anderem Konkurrenz-Modell. Unterwegs lassen sich die Caches nicht nur nach Belieben sortieren, sondern auch loggen und mit den bekannten Smilies für Found und DNF versehen. Für jedes Listing lässt sich auch gleich ein Kommentar speichern, der später wieder mit der ebenfalls auf dem Gerät gespeicherten Log-Datei auf den Computer übertragen werden kann. Hier stellt sich allerdings die Tastatur als kleines Manko heraus, denn das Alphabet wurde auf zwei Seiten aufgeteilt, die bei der Eingabe hin und her geschaltet werden müssen. Besonders luxuriös: Mit der eingebauten 3,2 Megapixel-Kamera und einem integrierten Diktiergerät lässt sich der Fund auch gleich in Bild und Ton festhalten, inklusive Koordinaten.
Fazit: Ein hochwertiges Gerät für den gehobenen Outdoor-Bedarf! Der eXplorist 610 ist ein absoluter Allrounder, der sowohl für Wanderer als auch für Geocacher kaum Wünsche offen lässt. Lediglich für die Straßennavigation ist das Gerät nicht geeignet, hierfür hat Magellan den eXplorist 710 auf den Markt gebracht.
Eine lange Eingewöhnung entfällt. Die vorinstallierten Outdoor-Karten sind für Einsteiger sehr gut geeignet, Profis haben die Möglichkeit OSM-Kartenmaterial zu installieren. Die Navigation mit dem Gerät bereitet aufgrund seiner einfachen Bedienung und hohen Genauigkeit viel Spaß.
Der eXplorist 610 ist unter www.cacher-shop.de für derzeit 429,99 Euro erhältlich, außerdem gibt es zahlreiches Zubehör:








6 Comments
@Lackab: Wie weiter unten schon kommentiert: Es kommt darauf an, wie man das Gerät einsetzt.
Selbstverständlich gilt die angegebene Stundenzahl nicht für den Dauerbetrieb und maximaler Beleuchtung sondern für vernünftigen und energieschonenden Einsatz.
Wohlwollend wäre aus unserer Sicht, wenn wir keinerlei Kritik üben würden und das ist sowohl bei diesem Test, als auch beim Bericht über den eXplorist GC nicht der Fall. Zugegebenermaßen sind wir von diesem Gerät aber schwer angetan und das kommt sicherlich auch in diesem Praxistest rüber.
Viele Grüße
Hallo,
auf mich wirkt dieser “Test” doch reichlich positiv und wohlwollend. Nichts gegen Konkurrenten zu Garmin, her damit, aber am Beispiel der Batterielaufzeiten empfinde ich, dass da doch sehr wohlwollend und unkritisch übernommen wurde, was Magellan angibt.
Wir haben das Gerät mit Ansmann AA-Akkus mit 2.500 mAh getestet. Wenn das Gerät nicht im Dauermodus ist, also regelmäßig auf Standby und den Bildschirm dunkler schaltet, dann hält es tatsächlich bis zu 18 Stunden durch. Im Dauerbetrieb natürlich nicht so lange, da ist dann auch nach max. 5 Stunden Feierabend.
Mit welchen “ordentlichen Energiespendern” soll das Gerät den 18 Stunden halten? Bei meinem Gerät und Sanyo Eneloop liegt der beste Werte bei 4 Stunden. Das ist auch der einzige Punkt der mich absolut stört. Bei einer längeren Wanderung oder Cachesuche muß ich mindesten 3-4 paar Akkus dabei haben um nicht irgend wann im Dunkeln zu stehen. Wäre nett wenn ihr die Akkus beim Namen nennen könntet.
Gruß Günter
Das stimmt. Im Lieferumfang enthalten ist die Straßennavigation allerdings nicht, daher wurde sie von uns auch nicht speziell getestet, da Magellan hierfür den eXplorist 710 im Angebot hat. Unser Hinweis, dass man sehr einfach auch anderes Kartenmaterial auf das Gerät bekommt, sollte an dieser Stelle ausreichen ;-)
Die Straßennavigation ist mit einem 510 / 610 auch möglich. Es muss nur eine City-Series (sprich Routingfähige) Karte installiert werden.
Beste Grüße, S1G