Symposium: “Geocaching und Natur”

Bereits im Vorfeld wurde über Sinn und Unsinn des Symposiums „Geocaching und Natur“ diskutiert, das Mitte Juli in Dortmund stattfand. Die Zahl der offiziellen Teilnehmer war groß, so dass man auf eine interessante Diskussion hoffen durfte. Angesichts der überwältigenden Zahl von vermeintlichen „Gegnern“ war es jedoch erstaunlich, dass von Seiten der Geocacher nicht mehrere Vertreter offiziell zu dieser Veranstaltung eingeladen wurden. Vor allem Groundspeak als namhaftester Mitbegründer der Geocaching-Szene hätte der Teilnehmerliste sicherlich gut getan. Nichtsdestotrotz verkündet man nach dem Symposium, dass eine „Brücke für den gemeinsamen Dialog steht“.

Hierzu die offizielle Pressemitteilung des Veranstalters:

Von allen Seiten mit großer Spannung erwartet wurde das Symposium „Geocaching und Natur“. Nicht umsonst war die Zahl der Kooperationspartner, die sich an der Vorbereitung dieser Gesprächsrunde beteiligt hatten, so groß wie nie zuvor.

Umso positiver ist der Geist eines konstruktiven Miteinanders zu werten, der die gesamte Veranstaltung prägte. Den rund 120 Teilnehmern wurden zahlreiche Sachinformationen aber auch die Sorgen, Wünsche und Probleme der jeweils anderen Positionen vermittelt. Auch die anschließende Diskussion war zwar sehr lebhaft, Klischeereiter hatten aber keine Chance.

Dafür sorgte bereits der souverän durch die Veranstaltung führende Moderator Matthias Bongard, der das von Jägerpräsident Jochen Borchert ausgegebene Motto „Nicht übereinander, sondern miteinander reden!“ gerne aufnahm und umsetzte.

Den Einstieg ins Thema machten vier Fachreferate:

Arno Kaminski, Mitglied des Eifelvereins und Hauptjugendwart der Deutschen Wanderjugend stellte die Geschichte, technische Möglichkeiten und verschiedene Spielarten des Geocachings vor. Er sieht im Geocaching die Chance, Kinder und Jugendliche in die Natur zu locken.

Dietrich Graf von Nesselrode ging als Waldbesitzer und ehemaliger Vorsitzender des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen auf die Probleme durch Geocaching für Grundeigentümer ein. Seine Bitte an die Geocacher: „Sprechen Sie mit dem Grundeigentümer! Verstecken Sie Caches naturverträglich! Nicht abseits der Wege, in Kulturen, Naturverjüngungen, jagdlich sensiblen Gebieten. Keine nächtlichen Suchen abseits der Wege!“

Heiner Langhoff vertrat als Naturschutzkoordinator im Vorstandsbereich 5 des Kreises Wesel und als Geschäftsführer der NaturFreizeitverbund Niederrhein GmbH die Belange des Naturschutzes und stellte verschiedene Konfliktfelder vor. Langhoff: „ Wir stehen am Anfang eines Dialogprozesses, wo ein jeder die Zeit nutzen sollte, in den Spiegel zu schauen und sich darüber klar zu werden, dass wir alle eine hohe Verantwortung für unsere Kulturlandschaft mit ihren einzigartigen Pflanzen- und Tierarten haben! In unseren Köpfen muss einiges bewegt werden, denn alleine mit Ordnungsrecht kann der vor uns liegende Prozess niemals erfolgreich sein!“

Friedrich von Massow, Justiziar des Deutschen Jagdschutzverbandes, betonte das Störpotenzial zulasten des Wildes durch Geocaching. Auch er sprach sich gegen eine Verschärfung der Gesetze und für mehr Rücksichtnahme in der Natur aus.

Bei der anschließenden rund eineinhalbstündigen Diskussion stand der gemeinsame Wille zum Dialog im Vordergrund, der auch zukünftig fortgesetzt werden soll. Dazu sind auch eine Dokumentation des Symposiums und die gemeinsame Erarbeitung von Tipps zu einem umweltverträglichen Geocaching angedacht. In zahlreichen Wortmeldungen zeigten aktive Geocacher auf, wie bereits jetzt problematische Suchpunkte einvernehmlich mit den Cache-Eigentümern umgesetzt werden können.

Ein weiteres Problem konnte ebenfalls gelöst werden: Da die Geocacher nicht durch Vereine und Verbände organisiert sind, fehlen betroffenen Jägern und Grundeigentümern zumeist geeignete Ansprechpartner. Durch das Symposium konnten zahlreiche Kontakte geknüpft und Visitenkarten getauscht werden. Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen wird diese interessensübergreifende Vernetzung weiter unterstützen und steht gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Mit dabei waren:

    Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen
    Deutsche Wanderjugend NRW
    Internet-Plattform geoclub.de (grünes Forum)
    Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW
    Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW
    Waldbauernverband NRW
    Grundbesitzerverband NRW
    Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe
    Rheinischer Verband der Eigenjagdbesitzer und Jagdgenossenschaften
    Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftverband
    Rheinischer Landwirtschaftsverband
    Fischereiverband NRW
    Verband der Fischereigenossenschaften NRW
    Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Wir freuen uns über Meinungen und Kommentare!

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2 Comments

  1. Posted 31. Juli 2011 at 10:23 by Cacher-Shop Team | Permalink

    Ist uns lediglich aufgefallen. Warum sollten wir deshalb beleidigt sein?

  2. Posted 27. Juli 2011 at 19:23 by M. Tangee | Permalink

    …klingt für mich irgendwie nach “beleidigter Leberwurst”, liebes Cache-Shop-Team, kann mir nicht helfen ;-)

    Wo liegt denn aus Eurer Sicht das konkrete Problem? Immerhin hat die Jägerschaft da was auf die Beine gestellt und nicht Groundspeak, oder?

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