Praxistest: Magellan eXplorist GC

Magellan eXplorist GCSeit Anfang des Jahres macht Magellan mit seiner neuen eXplorist-Gerätereihe auf sich aufmerksam und will damit verlorene Marktanteile zurückerobern. Den Anfang machte das mittlerweile sehr beliebte Einsteiger-Modell eXplorist GC, das gezielt auf die Bedürfnisse von Geocachern ausgerichtet ist und für einen vergleichsweise kleinen Preis viele Funktionen bietet, die nicht nur Einsteiger überzeugen dürften.

Schon die ersten Griffe machen klar, dass Magellan mit diesem Gerät guten Weg eingeschlagen hat. Der eXplorist GC liegt gut in der Hand, ist nicht zu schwer und sollte auch für zartere Frauenhände gut zu bedienen sein. Positiv ins Auge fällt nicht nur die moderne Farbgestaltung sondern auch die gute Verarbeitung: Das Display ist leicht im Rahmen versenkt und damit vor all zu leichten Kratzern geschützt. Das Batteriefach sitzt fest und robust und bietet mit einer Gummidichtung zusätzlichen Schutz vor Feuchtigkeit. Allerdings sollte man das Öffnen und Schließen des Fachs einige Male ausprobiert haben, damit es auch später in freier „Wildbahn“ leicht von der Hand geht. Natürlich ist der eXplorist wie alle vergleichbaren Geräte nach IPX7 wasserdicht. An der großen Öse lässt sich das Gerät spielend leicht mit einem Karabiner oder Schlüsselband befestigen.

Betrieben wird der eXplorist GC mit zwei AA-Batterien bzw. Akkus. Bei guten Akkus mit mindestens 1800 mAh läuft das Gerät mehr als 10 Stunden – auch im Dauereinsatz. Ein Wert, der sich durchaus sehen lassen kann und im Test Bestand hatte. Das Ein- und Ausschalten am oberen Ende des Gehäuses verläuft einwandfrei, ist aber schwer genug, um unbeabsichtigten Batterieverbrauch in der Tasche oder im Rucksack zu vermeiden. Sehr positiv: Nach einigen Minuten ohne Aktivität fällt der eXplorist GC in einen Sleep-Modus und spart damit zusätzlich Energie. Das Hochfahren dauert rund 30 Sekunden, was angesichts des installierten Windows CE 5.0 Systems normal ist.

Die Menüführung des Geräts ist einfach und intuitiv aufgebaut. Auf dem 2,2 Zoll großen und gestochen scharfen Farb-Display ist schon bei geringer Hintergrundbeleuchtung alles einwandfrei zu erkennen. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung ist es schwer, ohne Beleuchtung etwas zu entziffern. Die Versuchung ist groß, die Bedienung mit dem Finger durchzuführen, doch ein Touch-Display ist im Gegensatz zu den Modellen 510 bis 710 leider nicht vorhanden. Dafür verfügt das Einsteiger-Modell über einen kleinen Joystick, der sehr genau auf alle Bewegungen reagiert und damit eine problemlose Navigation ermöglicht. Ergänzt durch lediglich vier Tasten ist hiermit jeder Menüpunkt schnell und ohne Schwierigkeiten zu erreichen.

Gerade für Einsteiger interessant: Die 999 besten Caches in Europa (laut Groundspeak) sind auf dem eXplorist GC vorinstalliert, so dass man gleich loslegen kann. Auch das Hinzufügen von eigenen Caches ist problemlos möglich. Zum einen über die mitgelieferte Software, per USB-Direktübertragung oder über das Groundspeak Browser-Plugin. So lassen sich auf dem internen Speicher (1,8 GB) insgesamt rund 10.000 frei sortierbare Caches speichern – und das mit allen benötigten Informationen! Neben Terrain- und Difficulty-Wertung, Cachetyp, Größe, Name des Caches usw. wird auch das komplette Listing inklusive Hints und aller integrierten Bilder übertragen. Paperless-Caching für Einsteiger – davon hat man vor einigen Jahren noch geträumt, als man mit vergleichsweise rudimentären Geräten loszog, um die Dosenwelt zu erobern. Manko: Die Spoilerbilder werden nicht übertragen und müssen manuell auf das Gerät gespielt werden, entweder im JPG- oder PNG-Format.

Auch im Außeneinsatz zeigt sich der eXplorist GC als sehr guter Navigator. Die vorinstallierte und weltweite NAVTEQ-Map verfügt über alle nötigen Informationen, die man braucht, um einen Cache zu finden, vor allem wenn man in städtischen Gebieten unterwegs ist. Weiter draußen fällt auf, dass der eine oder andere Weg nicht verzeichnet ist. Leider lässt sich das Gerät nicht mit zusätzlichen Karten, geschweige OSM-Material, ausrüsten. Das bieten erst die Verwandten ab 310 aufwärts. Der Kompass, der sich schick über die Karte legen lässt, zeigt jedoch immer die richtige Richtung an, so dass man auch als Einsteiger immer ans Ziel kommen sollte.

Die Bedienung unterwegs ist kinderleicht und intuitiv. Auch das Anlegen von eigenen Wegpunkten unterwegs ist kein Problem – auch in exotischen Koordinaten-Formaten. Ein Fehler hat sich hier jedoch in der Grundausstattung eingeschlichen: Die Ost-Koordinate muss bei einem Wegpunkt jeweils komplett neu eingegeben werden, während die Nord-Koordinate vom aktuellen Standort übernommen wird. Bei einem Multi mit mehr als fünf oder sechs Stationen kann das schnell zu einer nervigen Angelegenheit werden. Magellan hat bereits angekündigt, diesen Fehler mit einem Firmware-Update zu beheben. Ein Umstieg von Firmware-Version 1.5 (vorinstalliert) auf Version 1.6 ist derzeit jedoch nicht zu empfehlen, da es das Update zum einen nur in englischer Sprache gibt und zum anderen auch von diversen Problemen bei der Navigation berichtet wird. Dann ist mir die erneute Eingabe der Ost-Koordinate derzeit dann doch lieber.

Ist der Cache gefunden, dann lässt sich dieses Ereignis natürlich auch auf dem eXplorist GC festhalten – mit dem für Groundspeak-Nutzer üblichen Smiley. Im Hintergrund wird eine Datei erzeugt, die sich später zum schnellen Loggen auf den PC übertragen lässt. Diesen Luxus ist man bei weitem nicht von allen vergleichbaren Geräten gewöhnt. Darüber hinaus lässt sich per Trackback auch der Rückweg zum Auto oder nach Hause gut und einfach finden. Ergänzt wird der Funktionsumfang durch zahlreiche weitere Features, beispielsweise einer einfach durchzuführenden Wegpunktprojektion, der Umwandlung von Koordinaten oder der Anzeige von Sonne und Mond. Im Lieferumfang enthalten ist außerdem eine kostenlose 30-tägige Premium-Mitgliedschaft bei Groundspeak, ein weiteres Indiz dafür, dass das Gerät optimal mit der bekanntesten Plattform zusammenarbeitet.

Fazit: Absolute Kaufempfehlung! Als Einsteiger hätte man noch vor einem Jahr von einem Gerät dieser Art zu diesem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis geträumt. Der Funktionsumfang lässt kaum Wünsche offen. Die Verarbeitung ist hervorragend, das Display von höchster Qualität. Auf Geocaching spezialisiert wird auf zusätzliche oder überflüssige Funktionen verzichtet und genau das geboten, wofür Magellan den eXplorist GC auf den Markt gebracht hat: Ein GPS-Gerät für Einsteiger und Fortgeschrittene – einschalten und loslegen!

Der eXplorist GC und passendes Zubehör sind natürlich im Cacher-Shop erhältlich: Hier klicken

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3 Comments

  1. Posted 18. Oktober 2011 at 05:01 by Abaxgo | Permalink

    Ich gehöre zu den Geocachepionieren, bin seit 2003 aktiv, als es noch ganz wenige Caches gab. Mein erstes GCG war auch von Magellan, doch damals musste ich noch auf die letzten Ziffern der Koordinaten verzichten und konnte diese nur schätzen. Trotzdem habe ich viele Caches damit gefunden! Wenn ich heute so einige Kommentare von Geocachern lese, muss ich echt schmunzeln. Da wird erwartet, dass man bis auf eine Armlänge an einen Cache geführt wird oder es wird über Kartensoftware lamentiert. Ich warte auf den Tag, wo sich Cacher beschweren, dass sie von der Dose nicht angesprungen werden.
    Die Navigationstechnik hat sich mittlerweile enorm weiterentwicklet. Aus diesem Grunde habe ich das Explorist GC getestet und muss ehrlich sagen: Ich bin begeistert. Was braucht man mehr? Es ist einfach zu bedienen, man braucht nicht mehr so ätzend wie früher die Koordinaten per Einknopfbedienung eingeben, es führt zuverlässig, läuft sogar stabil, obwohl es ein Windowsbetriebssystem ist. Man hat eine Kartendarstellung dabei, die völlig ausreichend ist. Das heraufladen der Caches ist ein Kinderspiel, das laden von Bildern ist bissel umdständlich (typisch Microsoft eben), doch mal ehrlich, braucht man das wirklich? Zum Geocachen gehört nunmal auch das Köpfchen anzustrengen und zu überlegen, wo man selbst an Ort und Stelle einen Cache verstecken würde.
    So gesehen ist das Explorist das ideale Gerät für Einsteiger. Fortgeschrittene, welche das Cachen noch via Papierkrieg durchgeführt haben, werden auch ihre wahre Freude daran haben. Technikbegeisterte Cacher finden sicherlich auch bessere Geräte. Daher kann ich es wirklich nur empfehlen!

  2. Posted 8. Juni 2011 at 07:32 by S1G | Permalink

    Es geht aber auch, eine WPP von einem anderen, als dem aktuellen Standpunkt aus durchzuführen. Es ist nur ein wenig mehr an Tastendrücken notwendig.

  3. Posted 8. Juni 2011 at 05:33 by beef_productions | Permalink

    ein cacher-kollege von mir hat sich als einsteiger-gerät auch das explorist gc zugelegt. zuerst war er mit dem kleinen wunder-ding zufrieden. als es dann aber bei seinem ersten cache ans peilen ging, wusste er von den den nachteilen der wegpunktprojektion: man kann mit dem explorist gc nur vom aktuellen standort aus peilen, und das relativ ungenau im vergleich zu garmins etrex vista hcx. da waren schon mal 20 m unterschied zwischen den geräten vorhanden. als es dann bei einem weiteren cache darum ging, von einem entfernten punkt eine wegpunktprojektion durchzuführen, versagte das explorist gc gänzlich. von einem beliebig gewählten punkt kann man damit keine wegpunktprojektion durchführen, sondern nur vom aktuellen standort.
    diese tatsache führte nun dazu, dass sich besagter cacher-kollege für ein extrex und gegen das explorist entschied.
    in den anderen bereichen muss ich dem blog zustimmen, durfte es selber mal in der hand halten und war sehr einfach zu bedienen, lag gut in der hand und hatte eine sehr gute qualität der verarbeitung.
    my two cents.

    beef_productions

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